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Seite 1 von 3 Cygwin ist eine ursprünglich von Cygnus Solutions entwickelte UNIX-Umgebung
für Windows, die zwischenzeitlich von RedHat
übernommen wurde. Grundbestandteil ist ein Satz von Bibliotheken, die einen
POSIX-Layer unter Windows zur Verfügung stellen. Dadurch können Programme,
die für UNIX geschrieben wurden nach einer erneuten Kompilierung auch unter
Windows ausgeführt werden.
Cygwin enhält bereits eine Reihe von gängigen UNIX-Programmen wie
zum Beispiel eine bash Shell, den C++ Compiler gcc, das X Windows System XFree86,
das Satzprogramm TeX oder den SSH-Client und Server OpenSSH.
Einerseits bietet Cygwin so die Möglichkeit von einem Windows-Rechner
über das Netzwerk per SSH oder X Windows auf UNIX-Rechner zuzugreifen.
Andererseits kann man aber auch direkt unter Windows UNIX-Programme verwenden
ohne auf einem anderen Computer oder parallel UNIX installieren zu müssen.
Cygwin bietet zu viele Möglichkeiten, um diese hier alle darzustellen.
Deshalb werden exemplarisch einige Anwendungsbeispiele herausgegriffen: Das
lokale Arbeiten unter Cygwin, die lokale Verwendung von X Windows unter Windows,
der Zugriff auf einen UNIX-Rechner im Netz über SSH, und der Zugriff auf
einen UNIX-Computer im Netz über X Windows.
Installation
Auf der Seite von Cygwin
wird lediglich das etwa 400 KB große Setup-Programm zum Download angeboten.
Dieses Programm holt sich alle weiteren zur Installation benötigten Dateien
direkt von verschiedenen FTP-Servern. Bei der Installation werden drei verschiedene
Optionen angeboten:

| Install From Internet |
Die benötigten Dateien werden direkt während der
Installation heruntergeladen und für eine spätere Installation
zwischengespeichert. |
| Download without installing |
Alle benötigten Dateien werden lediglich für eine
spätere Installation heruntergeladen (Beispielsweise zum Anlegen
eines Installationsordners auf dem netzinternen Server). |
| Install from Local Directory |
Die zur Installation benötigten Dateien wurden bereits
vorher über die Option "Download without installing" heruntergeladen
und liegen lokal auf der Festplatte. |
Wählen Sie die Option "Install From Internet".
Im nächsten Dialog wird das Verzeichnis gewählt, in das Cygwin installiert
werden soll. Weiterhin wird abgefragt ob nur der angemeldete Benutzer Cygwin
verwenden soll oder alle und in welchem Format Textdateien interpretiert werden
sollen. Hier empfiehlt sich das Format "Unix":
Nun möchte das Setup-Programm wissen, wo es die heruntergeladenen Dateien
ablegen soll. Die komplette Installation ist etwa 170 MB groß. Auf derm
gewählten Laufwerk sollte ausreichend viel Speicherplatz vorhanden sein.
Wählen Sie ein Verzeichnis auf Ihrer Festplatte.

Es folgt ein Abfrage, ob ein Proxy-Server verwendet werden soll. Wenn Sie sich
nicht in einem Firmennetzwerk befinden ist "Direct Connection" in
der Regel die richtige Wahl.
Bei der Wahl des Mirror-Servers empfiehlt es sich, einen Server in der Nähe
auszuwählen. Ich habe in meinem Beispiel den FTP-Server der TU Dresden
verwendet.
Das Setup-Programm lädt nun eine Liste der verfügbaren Pakete und
bietet diese zur Auswahl an:

In der Default-Einstellung wird nur die bash Shell und einige Zusatztools installiert.
Wer auf Nummer sicher gehen will wählt ganz oben in der Liste bei "All"
"Install". Für diesen Workshop reicht es aus, die Default-Einstellungen
zu belassen, bei "Xfree86" "Install" zu wählen und
unter "Net" die Komponenten "openssh" und "openssl"
auszuwählen.
Cygwin startet nun den Download der ausgewählten Pakete:

Nachdem alle Dateien kopiert sind, laufen noch einige Scripte, um die Installation
abzuschließen. Zum Schluß erfolgt noch eine Abfrage, ob Einträge
im Startmenü und ein Icon auf dem Desktop eingerichtet werden sollen.
Achtung: Prinzipiell ist Cygwin nun installiert. Bei mir war das XFree86-System
direkt nach der Installation leider noch nicht benutzbar, weil zwei DLLs nicht
gefunden wurden. Die betreffenden Dateien liegen im Unterverzeichnis "bin"
des Cygwin Ordners und heissen "cygwin1.dll" und "cygz.dll".
Die saubere Lösung ist, den Pfad um einen Eintrag zum Verzeichnis "bin"
im Cycwin-Verzeichnis zu erweitern. Unter Windows 98/ME muß man dazu die
Datei "c:\autoexec.bat" editieren und den Eintrag "SET PATH=..."
um den Text "C:\Programme\Cygwin\usr\local\bin; C:\Programme\Cygwin\bin;
C:\Programme\Cygwin\usr\X11R6\bin" erweiten. Die verschiedenen Verzeichnisse,
die im Pfad stehen, werden dabei durch ein Semikolon getrennt. Hat man Cygwin
in ein anderen Verzeichnis installiert, muß der Text natürlich entsprechend
angepasst werden. Der fertige Eintrag sieht dann in etwa so aus:
SET PATH=C:\Windows; C:\Programme\Cygwin\usr\local\bin; C:\Programme\Cygwin\bin;
C:\Programme\Cygwin\usr\X11R6\bin
Unter Windows NT/2000/XP wird die Einstellung des Pfads in der Systemsteuerung
vorgenommen. Man wählt dazu das Icon "System" und wechselt auf
den Reiter "Erweitert". Dort gibt es denn Button "Umgebungsvariablen".
Im Feld "Systemvariablen" findet sich dann der Eintrag "Path":

Über "Bearbeiten" kann man den bestehenden Eintrag um ein Semikolon
und das Cygwin-Verzeichnis erweitern:

Damit die Änderung aktiv wird empfiehlt es sich, das System entweder neu
zu starten oder alle Windows-Explorer zu beenden und neu zu öffnen.
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