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SuSE bietet die Möglichkeit, ein komplettes System direkt aus dem Internet
von einem FTP-Server zu installieren. Der Umfang der verfügbaren Pakete
ist dabei auf die frei erhältlichen unter der GPL-Lizenz stehenden Programme
beschränkt, was aber normalerweise völlig ausreicht.
Nachdem eine typische Linux-Installation 1-2 GB an Daten umfasst, benötigt
man dazu allerdings eine schnelle Internetverbindung ohne Beschränkungen
der Onlinezeit bzw. des Übertragungsvolumens. Andernfalls besorgt man sich
besser Installations-CDs.
Diese Anleitung beschreibt, welche Schritte zu einer Linux-Installation von
einem FTP-Server notwendig sind. Auf allgemeine Themen wie die Partitionierung
der Festplatte oder die Auswahl der geeigneten Pakete wird hier nicht eingegangen.
Alternativ wird angerissen, wie SUSE 9.2 von einem frei verfügbaren ISO-Image
installiert werden kann. Diese Methode ist in der Regel schneller und weniger
kompliziert, da zur Installation kein Internet-Zugang unter Linux konfiguriert
sein muss.
Vorbereitungen
Installation direkt vom Server
Als ersten Schritt muß man sich für einen
der FTP-Server entscheiden, die den Server von SuSE spiegeln. Eine Liste der
verfügbaren Server gibt es hier.
Für die Beispielinstallation habe ich mich für den Server
der HU-Berlin (ftp.rz.hu-berlin.de) entschieden.
Die Installationsdateien für SuSE 9.2 befinden sich im Verzeichnis /pub/mirrors/ftp.suse.com/pub/suse/i386/9.2.
Alle weiteren Verzeichnisangaben beziehen sich auf dieses Verzeichnis als Basis.
Um Linux installieren zu können benötigt man
jetzt bootfähiges Medium. Hier stehen einerseits Disketten bzw. eine bootfähige
CD zur Verfügung:
Zum Erstellen der Disketten benötigt man die Images der Disketten aus
dem Verzeichnis boot. Das Image bootdisk
wird zum Booten benötigt. Die Images modules1,
modules2,
modules3,
modules4,
modules5
beinhalten Treiber für zusätzliche Hardware. Man benötigt
sie meist nicht alle. Sicherheitshalber sollte man sie dennoch alle herunterladen.
In dem Verzeichnis dosutils/rawrite
findet sich ein kleines DOS-Programm namens Rawrite, mit dem die Images
auf Disketten geschrieben werden können. Es reicht dabei völlig, die
EXE-Datei herunterzuladen.
Für alle, die einen Brenner besitzen, bietet sich die Verwendung einer
bootfähigen CD an. Im Verzeichnis boot befindet sich ein ISO-Image
mit dem Namen boot.iso.
Dieses Image beinhaltet neben der Bootdiskette auch alle Module. Um das
Image auf CD zu brennen reicht es bei den meisten Brennprogrammen, die Datei
einfach im Explorer doppelt anzuklicken. Da die CD nur zur Installation benötigt
wird, empfiehlt sich die Verwendung eines wiederbeschreibbaren Mediums.
Nachdem die Boot-Medien erstellt sind, kann es mit der
Installation losgehen. Man legt die Bootdiskette bzw. die CD ein und startet
den Computer neu. Gegebenenfalls muß im BIOS-Setup noch die Bootreihenfolge
festgelegt werden, damit der Computer nicht von der Festplatte startet.
Installation vom CD-Image
Seit einiger Zeit bietet SuSE ein DVD-Image
von SuSE 9.2 zum Download an. Aus diesem Image lässt sich eine vollwertige
Installations-DVD erstellen. Das Paket umfasst 3,5 GB an Daten.
Installation direkt vom Server
Wenn der Bootvorgang funktioniert hat, wird man von Linux
mit dem folgenden Menü begrüßt:
Wählt man hier den Punkt Installation wird man aufgefordert,
die Installations-CD einzulegen:

Da diese nicht zur Verfügung steht wird eine Warnung ausgegeben und die
Installationsroutine wechselt in den manuellen Modus:

Linux lädt jetzt den Kernel und fragt anschließend die Sprache und
das Tastaturlayout ab.
Anschließend gelangt man in das Hauptmenü:

Bevor die eigentliche Installation beginnen kann, muß
man an dieser Stelle sicher stellen, daß die benötigten Hardwarekomponenten
geladen sind. Der Punkt System-Informationen bietet einige Anhaltspunkte, welche
Geräte Linux bereits erkannt hat. Wichtig ist in in erster Linie, daß
die Treiber für die Netzwerkkarte und die Festplattencontroller geladen
sind.
Zusätzliche Treiber werden im Menü Kernel-Module
geladen. Nachdem in meiner Beispielinstallation die AMD PCnet32 Netzwerkkarte
nicht erkannt wurde, musste ich für sie das passende Modul nachladen. Die
Frage nach den Parametern für ein geladenes Modul kann man normalerweise
bei PCI-Geräten einfach leer lassen und bestätigen. Bei ISA-Karten
ist es gelegentlich notwendig, den verwendeten Port bzw. IRQ der Karte anzugeben.
Wenn alle benötigten Module (Soundkarten und ähnliches müssen
an dieser Stelle noch nicht unbedingt geladen werden) geladen sind, kann man
die Installation starten.
Es folgt jetzt eine ganze Reihe von Abfragen:
1. Wird abgefragt, ob eine neue Installation erfolgen soll, oder ob ein bereits
installiertes bzw. ein Rettungssystem gestartet werden soll.
2. Bei der Wahl der Installationsquelle sollte man Netzwerk wählen
3. Als Netzwerkprotokoll wird FTP verwendet.
4. Falls im Netzwerk ein DHCP-Server zur automatischen Vergabe von IP-Adressen
vorhanden ist, kann man hier mit Ja antworten. Andernfalls muß man die
Einstellungen von Hand vornehmen.
Im nächsten Schritt fragt Linux ab, von welchem Server installiert werden
soll. Die IP-Adresse, des Servers läßt sich am schnellsten in der
Kommandozeile von Windows mit dem Befehl ping Computername (in diesem
Fall ftp.rz.hu-berlin.de) ermitteln.
Die anschließende Frage kann man getrost mit Nein
beantworten. Bei den FTP-Servern, die SuSE auflistet, ist keine Anmeldung zum
Zugriff notwendig. Der anonyme Zugriff auf den Server reicht aus.
Ein HTTP-Proxy ist lediglich notwendig, wenn man sich
hinter einer Firewall befindet, die keine FTP-Verbindungen nach außen zulässt.
Als Verzeichnis auf dem Server muss jetzt /pub/mirrors/ftp.suse.com/pub/suse/i386/9.2
angegeben werden.
Anschließend legt Linux zur Installation eine Ramdisk
an und beginnt, die zur weiteren Installation benötigten Daten auf die
Ramdisk herunterzuladen. Je nach Geschwindigkeit der Internet-Verbindung kann
dies einige Zeit in Anspruch nehmen.
Jetzt wechselt die Installation in den grafischen Modus.
Nach der erneuten Wahl der gewünschten Sprache gelangt man zu den Installationseinstellungen.
Hier wird festgelegt, wie die Festplatte partitioniert werden soll, welche Pakete
installiert werden sollen und so weiter:
Ab diesem Punkt unterscheidet sich der Ablauf - abgesehen
von der Tatsache, daß die benötigten Pakete direkt von dem FTP-Server
geladen werden - nicht mehr von einer Installation von CD oder DVD.
Installation vom CD-Image
Nachdem das Image heruntergeladen wurde, muss daraus eine Installations-DVD
gebrannt werden. Alle gängigen Brennprogramme sind dazu in der Lage. Oftmals
genügt es, aus dem Windows-Explorer heraus die heruntergeladene ISO-Datei
mit einem Doppelklick zu öffnen. Alternativ finden Sie hier
kurze Anleitungen für Nero, Nero Express und WinOnCD.
Nach dem erfolgreichen Brennvorgang sollte es möglich
sein, direkt von der CD zu booten und die Installation zu starten.
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